Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Podiumsdiskussion:
Kunst im öffentlichen Besitz – Wert und Wertigkeit von Kunst

13. Mai 2015, 18.00 Uhr, Fritz Thyssen Stiftung (Apostelnkloster 15, 50672 Köln)

Die Vorgänge um den Verkauf von zwei Werken von Andy Warhol durch den Casinobetreiber Westpiel für rund 150 Mio. Euro haben im November 2014 eine beachtenswerte Resonanz in den Medien und in der Öffentlichkeit ausgelöst. Es gab heftige Kritik von allen Seiten und Vorwürfe wurden laut, das Ansehen NRWs habe gelitten.

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8. Kulturpolitischer Bundeskongresses

Auftaktveranstaltung am 17. Juni mit Frédéric Martel

Das Programm des 8. Kulturpolitischen Bundeskongresses »Kultur.Macht.Einheit? Kulturpolitik als Transformationspolitik« am 18./19. Juni 2015 in Berlin ist veröffentlicht und liegt jetzt auch als Printfassung vor. Knapp 70 ReferentInnen und DiskutantInnen werden in Plenumveranstaltungen und in parallelen Foren diskutieren.

Am Vorabend zum Kongress gibt es die schon traditionelle Auftaktveranstaltung in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Kooperation mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, für die der französische Soziologe und Publizist Frédéric Martel gewonnen werden konnte, der mit seinem Buch »Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt« im Jahr 2010 Aufsehen erregt hatte. Seiner Meinung nach hält die deutsche und europäische Kulturpolitik an einem alten Kulturbegriff und Kulturvermittlungssystem fest, dass im globalisierten und digitalisierten kulturellen Kapitalismus ein Auslaufmodell sei. Mit ihm diskutieren die Europaabgeordnete Petra Kammerevert, Berlins Kulturstaatsekretär Tim Renner und der Schriftsteller und Kulturforscher Michael Schindhelm. Die NRW-Kulturministerin, Ute Schäfer, wird die Vorabendveranstaltung wieder eröffnen.

Der 8. Kulturpolitische Bundeskongress wird von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag veranstaltet. Als Medienpartner konnten wieder das Deutschlandradio Kultur und Kulturmanagement.net gewonnen werden.

Das Kongressprogramm und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier: www.kupoge.de/kongress/2015/

Der Twitter-Hashtag zum Kongress lautet: #Kupoge15

 

Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 148 erschienen

Schwerpunkt »Kulturpolitik für die Popkultur«

KuMi 148»Kulturpolitik für die Popkultur« war Thema des diesjährigen Loccumer Kulturpolitischen Kolloquiums, um das sich im Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der KuMi alles dreht. Nach vier Dekadentagungen Pop hat sich vieles verändert, einiges wurde erreicht und doch bleiben Fragen: Pop ist mittlerweile überall, und dennoch scheiden sich immer noch die Geister, ob man zwischen Pop und Kultur trennen sollte. Der Loccumer Konsens bestand darin, dass der Unterschied von »E«- und »U«-Kultur weitgehend eingeebnet sei, ja, dass Popkultur zur Leitkultur in der Gesellschaft geworden sei. Dennoch bleiben kulturpolitische Fragen offen, die u.a. von Kaspar Maase, Moritz Baßler und Susanne Binas-Preisendörfer thematisiert werden. Außerdem im Heft: Der Auftaktbeitrag zum 8. Kulturpolitischen Bundeskongress von Norbert Sievers.

Weitere Informationen sowie Bestellmöglichkeit

 

Modellhafte Kulturentwicklungskonzeptionen für Thüringer Modellregionen auf 5. Thüringer Kulturforum in Arnstadt diskutiert

Am 17. April 2015 wurden im Rahmen des 5. Thüringer Kulturforums in Arnstadt die Ergebnisse und Maßnahmen der Kulturentwicklungskonzepte für die beiden Modellregionen Kyffhäuserkreis/Landkreis Nordhausen und Landkreis Hildburghausen/Landkreis Sonneberg vorgestellt.

  

In einem umfangreichen dialogischen Prozess wurden Ansätze für die Transformation und Entwicklung kultureller Infrastrukturen und Projekte formuliert, deren potenzielle Reichweite und Veränderungstiefe durchaus als Novum in der jüngeren Kulturpolitik für den ländlichen Raum bezeichnet werden können. Entsprechend groß war das Interesse mit weit über 200 Teilnehmern. Neben zahlreichen Stellungnahmen seitens des Landes und aus den Regionen, die nochmals unterstrichen, dass man mit aller Kraft in die Umsetzungsphase einsteigen wolle, zeigte sich in Workshops zu den Schwerpunktthemen, dass die avisierten Handlungsfelder auch in anderen Regionen Thüringens und darüber hinaus ganz oben auf der Tagesordnung stehen (könnten). Die Ansätze, die von kulturtouristischen Strategien, über Unterstützungsmöglichkeiten für Local Heros, alternativen Netzwerkstrukturen, der Bildung neuer institutioneller Verbünde bis hin zur Kreierung von neuen Aushandlungs- und Förderungsstrukturen in Form von Beiräten und Regionalfonds reichen, können folglich auch anderen Orten Gewinn bringend reflektiert werden. Es wurden aber ebenso ergänzende Handlungsfelder aufgezeigt, z. B., dass die Migrations- und Flüchtlingsthematik gerade auch in schrumpfenden Regionen ein großes Thema für eine gestaltende Kulturpolitik ist, dieses aber weitgehend bislang nicht als solches erkannt bzw. aufgegriffen wird.

5. Thüringer Kulturforum; © Carsten Pettig / Thüringer Staatskanzlei

 

Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft hat im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei beide Kulturentwicklungsprozesse als externe Agentur betreut. Weitere Informationen finden sich unter www.kulturkonzept-kyf-ndh.de und www.kulturkonzept-hbn-son.de.

Patrick S. Föhl

 

Forschungsprojekt »Förderung der Freien Darstellenden Künste in Deutschland«

Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. wurde vom Bundesverband Freier Theater e.V. mit dem Forschungsprojekt »Förderung der Freien Darstellende Künste in Deutschland« beauftragt. Ziel des von der BKM geförderten Projektes ist es, einen Überblick über die Förderstrukturen und -instrumente der Kommunen und der Bundesländer im Bereich der Freien Darstellenden Künste zu erstellen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung dieser Strukturen zu erarbeiten. Im Rahmen dieses Projektes hat am 21. April 2015 im Bonner Haus der Kultur ein erster Expertenworkshops mit VertreterInnen der Länderkulturministerien, der kommunalen Kulturverwaltungen und des Deutschen Städtetages stattgefunden. Erste Ergebnisse der sich nun anschließenden Fragebogenerhebung bei Ländern und Kommunen wird die Projektleiterin Ulrike Blumenreich im Herbst 2015 vorstellen.

Erinnerung: Ausschreibung des Kulturpreises 2015 der Kulturpolitischen Gesellschaft

KULTUR.MACHT.EINHEIT? Kulturpolitik als Transformationspolitik

Die Kulturpolitische Gesellschaft vergibt 2015 ihren Kulturpreis zum Thema Deutsche Einheit. Wie auch der Kulturpolitische Bundeskongress, der im Juni dieses Jahres stattfinden wird, nimmt der Kulturpreis die Zäsur der deutschen Wiedervereinigung vor 25 Jahren zum Anlass, um den Fokus auf den gesellschaftlichen und (kultur-)politischen Transformationsprozess und die Rolle der Kultur zu richten. Mit dem Kulturpreis werden Initiativen aus Kunst, Kultur und Kulturpolitik gesucht, die Modellhaftes im Transformationsprozess bewirkt haben. Der Preis, für den ausschließlich Mitglieder der Kulturpolitischen Gesellschaft Vorschläge einreichen können, ist mit einer Anerkennung von 2.000 Euro verbunden und wird im Herbst 2015 verliehen. Gesucht werden Konzepte, Projekte und Formate sowie konkrete Praxisbeispiele und Arbeitsansätze von Initiativen, Organisationen und Einrichtungen kultureller Arbeit (bestehend jeweils aus mind. 3 Personen) in gemeinnütziger Trägerschaft, die von den Transformationsprozessen maßgeblich geprägt wurden oder selbst Transformationsprozesse initiiert haben.

Weitere Informationen sowie der Rückmeldebogen

 

Inklusive Kulturelle Bildung und Kulturarbeit

IfK-Materialienband 14 erschienen

Inklusion ist ein altes Thema der Neuen Kulturpolitik. Schon in den 1970er Jahren bemühte man sich, Menschen mit Handicaps als Publikum und Akteure in die gemeinsame Kulturarbeit einzubinden. Im Medium der Kunst spielen Behinderungen zumeist nur eine untergeordnete Rolle. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 erlangte das Thema neue Aktualität und erhielt rechtverbindliche Grundlagen. Vor diesem Hintergrund hat das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft mit finanzieller Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) die vorliegende Studie erstellt. Sie widmet sich zunächst der Aktualität des politischen Themas und erläutert das Inklusionspostulat der Neuen Kulturpolitik. Anschließend werden exemplarische Förderer, Akteure und Programme der inklusiven Kulturellen Bildung und Kulturarbeit vorgestellt. Ein weiterer Teil behandelt Probleme und Herausforderungen des Themenfeldes und formuliert erste Handlungsempfehlungen. Zu guter Letzt werden exemplarische Projekte inklusiver Kultureller Bildung und Kulturarbeit präsentiert. AutorInnen sind Franz Kröger, Prof. Dr. Irmgard Merkt und Dr. Norbert Sievers.

Institut der Kulturpolitischen Gesellschaft (Hrsg.), Bonn 2014, Materialien Heft 14, 48 Seiten, 10 Euro (Schutzgebühr), ISBN 978-3-923064-05-2

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