Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

61. Kulturpolitisches Kolloquium der Ev. Akademie Loccum

Seit 1977 findet das traditionelle Loccumer Kulturpolitische Kolloquium in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft statt. In diesem Jahr hat es das Thema »Vom Wert der Kunst als Ware und öffentliches Gut«. Das Verhältnis von Kunst als Ware einerseits und als Kulturgut andererseits wird derzeit wieder einmal neu ausgehandelt. Das Kolloquium widmet sich vom 19. bis 21. Februar 2016 dieser Doppelnatur der Kunst und fragt gleichzeitig nach den Möglichkeiten der Kulturpolitik, sich aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft zu beteiligen. Den Einführungsvortrag »Was ist Öffentlichkeit heute?« hält der Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) Claus Leggewie, auf dem Abschlusspodium ist u.a. Isabell Pfeiffer-Poensgen vom Vorstand der Kulturstiftung der Länder vertreten.

Ev. Akademie Villigst »Zwischen Leitkultur und Laissez-faire«

Nicht minder aktuell ist das Thema, dessen sich die Evangelische Akademie Villigst in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft annimmt. Diskutiert werden soll vom 4. bis 6. März der »Beitrag der Kulturpolitik angesichts weltweiter Migration«. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Rolle die Kulturpolitik bei der Entwicklung eines gedeihlichen Miteinanders von MigrantInnen/Flüchtlingen und Aufnahmegesellschaft spielt bzw. spielen könnte. Den thematischen Aufschlag macht KuPoGe-Vizepräsident Tobias J. Knoblich mit »Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik ist Demokratiepolitik«.

  

  

AktiverStreiter für eine demokratische Kulturpolitik ausgezeichnet

KuPoGe verleiht Ehrenmitgliedschaft an Hilmar Hoffmann

 

Die Kulturpolitische Gesellschaft hat ihrem Gründungsmitglied Prof. Dr. Dr. h.c. Hilmar Hoffmann am Freitag, dem 22. Januar, in seinem Haus in Frankfurt die Ehrenmitgliedschaft überreicht. Präsident Prof. Dr. Oliver Scheytt, der mit dem Gründungspräsidenten, Prof. Dr. Olaf Schwencke, und dem Hautgeschäftsführer, Dr. Norbert Sievers, nach Frankfurt gekommen war, begründete diese Entscheidung des Vorstands damit, dass Hilmar Hoffmann wie kaum ein Zweiter der Neuen Kulturpolitik als Demokratiepolitik Inhalt und Format gegeben habe. Sein Motto »Kultur für alle« habe eine Kernaussage dieser Politikkonzeption auf den zeitlosen Begriff gebracht.

v.l.n.r.: Martin Wimmer (Leiter des Amtes des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main), Prof. Dr. Olaf Schwencke (Honorarprofessor am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin, Kuratoriumsvorsitzender des IfK der KuPoGe), Prof. Dr. Dr. h.c. Hilmar Hoffmann (Vorsitzender Verwaltungsrat Deutsches Filminstitut / Deutsches Filmmuseum Frankfurt), Prof. Dr. Oliver Scheytt (Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.) und Dr. Norbert Sievers (Hauptgeschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.); Foto: Ernst Stratmann

 

Hilmar Hoffmann, der bereits an den Vorüberlegungen zur Gründung einer Kulturpolitischen Gesellschaft im Jahr 1974 gemeinsam mit Olaf Schwencke, Alfons Spielhoff, Hermann Glaser, Robert Jungk und anderen beteiligt war, nahm die Anerkennung dankend entgegen und verwies dabei auf die Aktualität der damaligen Ziele und Beweggründe für eine Neue Kulturpolitik. Hilmar Hoffmann ist nach Hermann Glaser, Paul Raabe und Gerhart Baum das vierte Ehrenmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft. Die Kulturpolitische Gesellschaft würdigt mit Ihrer Ehrenmitgliedschaft solche Mitglieder, die sich in besonderem Maße um die Weiterentwicklung der Neuen Kulturpolitik verdient gemacht haben.

Foto: Ernst Stratmann

  

Kulturpolitik ist Demokratiepolitik

40 Jahre Kulturpolitische Gesellschaft

Am 10. Juni 1976 ist die Kulturpolitische Gesellschaft in Hamburg-Altona gegründet worden. Sie steht also mittlerweile für eine vierzigjährige Verbandstätigkeit, um Kulturpolitik als Gesellschafts-und Demokratiepolitik in Deutschland zu verankern. Dieser 40. Geburtstag soll am am 1. und 2. Juli 2016 in Hamburg gefeiert werden. Ferner wird eine Reihe von Veranstaltungen unter dem Motto »Kulturpolitik ist Demokratiepolitik« stattfinden. Wir laden schon jetzt alle Mitglieder der Kulturpolitischen Gesellschaft sowie jene, die an ihrer Arbeit interessiert sind, ein, sich diesen Termin vorzumerken und an der Jubiläumsfeier teilzunehmen!

 

  

Landeskulturbericht NRW in Arbeit

Vor einem Jahr wurde in Nordrhein-Westfalen das Kulturfördergesetz verabschiedet. Es stützt sich auf den »Kulturförderplan«, den »Kulturförderbericht« und den »Landeskulturbericht«, die allesamt die weitere Entwicklung von Kunst und Kultur im Land als konzeptbasierte und partizipative Aufgabe begreifen. Der Landeskulturbericht soll in jeder Legislaturperiode vorgelegt werden, von der Umsetzung des Kulturförderplans berichten, zur Kulturentwicklung im Lande Stellung beziehen und künftige Schwerpunkte der Kulturförderung darstellen. Zentrale Leitlinie dabei ist, »die gesamte Kulturpolitik des Landes zielgerichtet und strategisch aus einer Gesamtsicht auf die NRW-Kulturlandschaft« auszurichten. Das IfK ist 2015 damit beauftragt worden, die Konzeption für die Erstellung des ersten Landeskulturberichts (»Pilotbericht«) in enger Absprache mit der Kulturabteilung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport zu erstellen. Nach dessen Vorlage im Dezember 2015 wird es jetzt an deren Umsetzung aktiv mitwirken. Mit dem Vorliegen des Pilotberichts ist Ende 2016 zu rechnen.

  

Kunst- und Kulturentwicklung in Düsseldorf

Im September 2015 fiel im Kulturausschuss der Startschuss für die Erarbeitung einer Kulturentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Düsseldorf, an der das IfK mitwirken wird. Übergeordnetes Ziel ist es, vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher sowie städtischer und regionaler Veränderungen, Schwerpunkte für eine zukunftsorientierte Kulturpolitik und Kulturarbeit der nächsten Jahre zu entwerfen. Es geht dabei um die Beantwortung der Frage, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um auch weiterhin ein zeitgemäßes Agieren und kooperatives Denken im Kulturbereich zu ermöglichen. Kurz gesagt, es geht um die Formulierung eines Leitbildes für die Kulturentwicklung, an dem alle kulturellen und kulturpolitischen Akteure gemeinsam arbeiten können und wollen.

Für weitere Fragen kann der externe Projektleiter der Kulturentwicklungsplanung, Dr. Patrick S. Föhl, jederzeit kontaktiert werden: foehl@netzwerk-kulturberatung.de

  

»Förderpotenziale für Kultur in ländlichen Räumen«

Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft erstellt Studie

In wirtschaftlich schwachen Regionen und dünn besiedelten Gebieten kumulieren die Effekte des demografischen Wandels. Inzwischen haben sich flächendeckend integrierte Ansätze für Entwicklungskonzepte für ländliche Räume etabliert, in die auch kulturelle Aspekte und Kulturakteure im ländlichen Raum einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund hat die BKM eine Studie des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft finanziert, die eine Bestandsaufnahme von Fördermöglichkeiten für Aktivitäten und Infrastrukturen in ländlichen Räumen liefert, um jenen dialogorientierten, Ressourcen bündelnden und Strategien optimierenden Ansatz für die Kulturpolitik zu konkretisieren. Unter anderem werden 51 Programme des Bundes, der Länder, der EU sowie anderer öffentlicher und privater Träger untersucht, die Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels in ländlichen Räumen fördern und zugleich geeignet sind, auch kulturelle Vorhaben zu unterstützen. Die Studie kann hier (www.kupoge.de/download/Studie_laendliche-kulturarbeit.pdf) heruntergeladen werden.